"I like you! – și tu? - young people discover how to acclaim their diversity and claim Human Rights"

Unter diesem Titel fand im August 2017 die Internationale Jugendbegegnung in Rumänien statt. Mehr als 60 junge Menschen aus fünf verschiedenen Ländern – Deutschland, England, Ukraine, Russland und Rumänien – haben sich getroffen, um sich kennenzulernen und mehr über die Menschenrechte zu erfahren. Das Wortspiel I like you (Ich mag dich/ich bin wie du) symbolisiert nicht nur Empathie, sondern auch Gleichberechtigung. Das rumänische și tu? (du auch?) – lädt somit alle Teilnehmenden ein, in Dialog zu treten.

Die Teilnehmer*innen kamen nicht nur aus verschiedenen Ländern, sondern auch komplett unterschiedlichen Hintergründen. In den zwei Wochen, die sie miteinander verbracht haben, wurde viel gelernt und debattiert, getanzt und gesungen, gegessen und gewandert, gelacht und geweint... Das in der Theorie allen bekannte Thema „Menschenrechte“ erschien in der Praxis jedoch ganz unbekannt.

Régine (25), Vladimir (28), Bright (23) und Cédric (17) sind vier Teilnehmende aus der Hamburger Gruppe, die an der Jugendbegegnung teilgenommen haben. “Ich dachte, dass ich mich mit dem Thema Menschenrechte relativ gut auskenne, jedoch habe ich gemerkt, dass ich nicht viel über die Bedeutung von Menschenrechten in Europa wusste. Ich wusste auch nicht, dass man kämpfen soll, um die Rechte zu schützen“ - erzählt Régine.

 

Für Bright war das die erste Jugendbegegnung in seinem Leben: “Ich hatte nicht so viele Erwartungen. Ich dachte nur, dass es viele Erziehungsmaßnahmen ausgeführt werden sollen. Was ich erlebt habe, war für mich eine positive Überraschung: Ich habe zum ersten Mal ein so starkes, internationales Gefühl erlebt, seitdem ich aus Ghana nach Deutschland ausgewandert bin! Dank dieser Art von Erfahrungen, bekommt man die Chance, sich neuen Menschen zu nähern. Im „normalen“ Leben würde man dies nicht tun. Manchmal waren die Sprachbarrieren ein Problem, aber e.p.a. spielt sehr gerne mit non-verbaler Kommunikation und es hat viel weiter geholfen!“

In diesen zwei Wochen haben die Teilnehmenden ihre Chance genutzt, mehr über die Situation der Menschenrechte in anderen Ländern zu erfahren: “Ich habe gelernt, dass Menschenrechte anders in jedem Land sind: das war etwas, was ich nicht erwartet habe. Unsere Menschenrechte sind von unserer Heimat sehr stark beeinflusst” - sagt Vladimir, “Ich habe aber auch gelernt, wie man sie schützen kann und warum man dafür kämpfen soll. Jetzt weiß ich, wenn ich das Gefühl habe, dass meine Rechte nicht respektiert sind, kann ich sie einfordern!”

Für Bright war besonders wichtig, dass man so ein ernsthaftes Thema durch verschiedene non-formale und lustige Methoden lernen konnte.

Die Teilnehmer haben auch entdeckt, dass kulturelle Unterschiede tatsächlich existieren. Dieses Thema wurde in einem Workshop ausführlich präsentiert: “Manchmal denken wir, dass unsere Meinung und Ansichten die einzigen richtigen sind. Das stimmt aber nicht. Viele Ansichten und Perspektiven sind stark von der Kultur der Menschen beeinflusst. Man soll sie genau so wie unsere respektieren” behauptet Régine.

Gleichberechtigung aller Menschen war ein weiteres wichtiges Thema der Begegnung: In einer Epoche, in der Medien und Politiker, die Unterschiede zwischen Menschen betonen (oft wird sog.  “psychologischer Terrorismus” gegen alle, die aus anderen Ländern und Kulturen kommen, benutzt) war es nötig, über gleiche Rechte trotz Unterschiede, zu sprechen. Jeder Mensch ist anders und einzigartig in seiner Art und Weise. Wir müsse die Würde und Persönlichkeit der anderen respektieren.

Die Programmaktivitäten waren zwar sehr anspruchsvoll, die Begegnung beinhaltete aber viel mehr als “nur” neue Lernkonzepte. Es gab Zeit und Maßnahmen, um sich besser kennenzulernen und Spaß zu haben - z. B. der Interkulturelle Abend - und um neue Herausforderung anzunehmen. “Wir sind durch Karpaten bei Păltiniş gewandert, das war echt toll! Wir waren natürlich sehr ermüdet, aber das motiviert einen, seine Grenze zu erweitern” sagt Vladimir.

Die Tatsache, dass es häufig kein Internet gab, führte dazu, dass Teilnehmer mehr miteinander auf eine traditionelle Art kommuniziert haben. Dadurch war die Erfahrung noch interessanter: “Es war wie auf einem anderen Planeten zu sein, ohne jeglichen Stress. Eine Detoxkur von Social Media” kommentiert Bright.

Alle Teilnehmenden stimmen zu, dass diese Art von Erfahrung sehr nötig für die Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen ist. „Man wird aufgeschlossener und entdeckt nicht nur neue Kulturen und internationale Freunde, sondern auch viel über sich selbst” sagt Régine. Bright ist damit absolut einverstanden, ihm hat die Begegnung geholfen, sich mehr zu trauen und die Unsicherheit zu überwinden.

Cédric, seinerseits, ist auch sehr froh, viel Neues während der Begegnung gelernt zu haben: “Ich wusste nicht, dass es so viele Menschenrechte gibt und jetzt werde ich aufmerksamer um respektvoller mit den anderen umgehen. Es war auch sehr interessant, verschiedene Mobilitätsmöglichkeiten für junge Europäer zu entdecken.”

Auf die Frage wem würdest du unbedingt empfehlen, an einer internationalen Jugendbegegnung teilzunehmenHaben alle einstimmig geantwortet: “Denen, die das am meisten brauchen, vor allem Leuten, die soziale und Selbstbewusstsein Probleme haben, sollen wirklich diese Erfahrung machen. Es bereichert einen sehr und man lernt sehr viele Dinge, die man für immer behalten wird.”

 

Interview von Maurizio Serra

Our programme for the exchange in Romania:

 

 

This project is funded by
the European Union